Reformator Martin Luther © epd-bild

Theologischer Arbeitskreis für Reformationsgeschichtliche Forschung (TARF)

Der Theologischer Arbeitskreis für Reformationsgeschichtliche Forschung (TARF) veranstaltet Tagungen zu verschiedenen kirchengeschichtlichen Themen. Sprecher des Leitungskreises ist Professor Dr. Volker Leppin, Tübingen.

Der Theologische Arbeitskreis für reformationsgeschichtliche Forschung (TARF) ist eine der wissenschaftlichen Institutionen der UEK, deren Entstehung auf die EKU zurückgeht. Er wurde unter den Bedingungen der deutschen Teilung gegründet und ermöglichte einmal jährlich den Austausch zwischen Kirchenhistorikern aus der DDR und aus der Bundesrepublik Deutschland sowie dem weiteren europäischen Ausland. Nach der Wende hat der TARF seine Arbeit unter den Bedingungen der deutschen Einheit fortgesetzt. Teilnehmende der jährlichen Tagungen kommen heute neben Deutschland vor allem aus der Schweiz, Skandinavien und den Niederlanden, aber auch aus Ostmitteleuropa. Der TARF bildet die internationale Vernetzung der evangelischen Kirchen in Deutschland ebenso ab wie das innerevangelische Miteinander ungeachtet der Herkunft aus lutherischem, reformierten oder uniertem Hintergrund.

Im Zusammenhang des Reformationsjubiläumssein war der TARF bemüht, dieses Profil einer hohen Internationalisierung einerseits, und einer konsequent kirchlich-theologische Ausrichtung andererseits weiter zu schärfen. Vorsitzender ist Prof. Dr. Volker Leppin (Tübingen), zum Vorstand gehören ferner Dr. Michael Beyer (Leipzig), Prof. Dr. Armin Kohnle (Leipzig), Prof. Dr. Anna Vind (Kopenhagen). Die Geschäftsführung wird stellvertretend für die UEK vom Kirchenamt der EKD übernommen (derzeit OKR Dr. Martin Hauger).

Auf dieser Linie soll die Arbeit des TARF in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Dabei sollen verstärkt jüngere Historikerinnen und Historiker integriert werden, um den Arbeitskreis nach dem Reformationsjubiläum auf Zukunft hin zu gestalten. Der anstehende Generationswechsel wie auch eine veränderte Wissenschaftskultur sollen durch eine Verstärkung dieses Aspekts wie auch der internationalen Zusammenarbeit gestaltend aufgegriffen werden. Bereits Anfang 2017 hatte das Präsidium der UEK die Weiterführung der finanziellen Förderung des TARF über das Jubiläumsjahr hinaus auf die Förderung und Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgerichtet. Das war mit der Bitte verbunden, die Tagungsarbeit durch Einwerbung von Drittmitteln auf eine breitere Basis zu stellen. Letzteres erweist sich allerdings als schwierig, da regelmäßig tagende Arbeitskreise in der Drittmittelförderung nicht vorrangig beachtet werden.

Diese Neuausrichtung ist aktuell noch nicht abgeschlossen. Während turnusgemäß für 2017 keine Tagung vorgesehen war, litt die für das Folgejahr vorgesehene Konferenz in der Tagungsstätte Château du Liebfrauenberg (Elsass) wie viele andere Tagungen unter der Ermattung nach dem Jubiläum. Wegen der geringen Anmeldezahlen wurde sie daher auf das Folgejahr verschoben. Die 41. Tagung des TARF findet statt vom 12.–14. September in Wittenberg und befasst sich mit dem Thema „Die Heidelberger Disputation – Kontext, Gestalt und Bedeutung“.

Martin Hauger

Oberkirchenrat Dr. Hauger
(0511) 279-6211
Martin.Hauger@ekd.de
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